Filipino Martial Arts (Kali Arnis Eskrima)
Filipino Martial Arts (FMA) ist der Sammelbegriff für die philippinischen Kampfkünste. Dazu gehören unter anderem Kali, Arnis und Eskrima. Charakteristisch sind das Training mit Stöcken und anderen Übungswaffen, waffenlose Selbstverteidigung sowie die Verbindung von Bewegung, Timing, Koordination und Distanzgefühl.
Bei OPEN MIND COMBAT® trainieren wir diese Inhalte praxisnah und mit besonderem Augenmerk auf eine sichere und kontrollierte Ausführung. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du bereits Kampfsporterfahrung hast oder neu einsteigst.
Du möchtest bei uns mittrainieren? Hier findest Du weitere Informationen:
Geschichte und Herkunft der philippinischen Kampfkünste
Die Philippinen bestehen aus Tausenden Inseln und besitzen eine lange und vielfältige Kampfkunsttradition. Unterschiedliche Regionen entwickelten eigene Methoden für den Umgang mit Waffen und die waffenlose Selbstverteidigung.
Die Bezeichnungen Kali, Arnis und Eskrima werden heute häufig für verwandte philippinische Kampfkünste verwendet. Ihre genaue Verwendung unterscheidet sich jedoch je nach Region, Stil und Organisation.
Der Begriff Eskrima wird häufig mit dem spanischen Wort „esgrima“ für Fechten in Verbindung gebracht. Arnis beziehungsweise Arnis de Mano ist ebenfalls eine verbreitete Bezeichnung. Der Ursprung und die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Kali werden unterschiedlich erklärt.
Die Entwicklung der philippinischen Kampfkünste wurde über Jahrhunderte durch regionale Traditionen und den Kontakt mit anderen Kulturen beeinflusst. Dazu gehören insbesondere die spanische Kolonialzeit sowie Einflüsse aus benachbarten asiatischen Regionen.
Historische Überlieferungen berichten von Kämpfen, bei denen einheimische Krieger ihre eigenen Waffen und Kampftechniken einsetzten. Ein bekanntes Ereignis ist die Schlacht von Mactan im Jahr 1521, bei der Ferdinand Magellan ums Leben kam. Einzelheiten über die damals verwendeten Kampftechniken lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres mit heutigen FMA-Systemen gleichsetzen.
Wie werden Filipino Martial Arts trainiert?
Die philippinischen Kampfkünste verwenden unterschiedliche Trainingsmethoden. Dazu gehören:
- Festgelegte Partnerübungen zum Erlernen von Angriffen, Abwehrbewegungen und Entwaffnungskonzepten
- Bewegungsfolgen zur Verbesserung von Koordination, Rhythmus und Bewegungsfluss
- Kontrollierte freie Partnerübungen und Übungssparring
- Übungen mit unterschiedlichen Trainingswaffen und in verschiedenen Distanzen
- Waffenlose Techniken, die mit den Bewegungsprinzipien des Waffentrainings verbunden sind
Ein besonderes Merkmal vieler FMA-Systeme ist die Übertragbarkeit von Bewegungsprinzipien. Was Du beispielsweise beim Stocktraining über Winkel, Distanz und Timing lernst, kann Dir auch bei anderen Trainingsbereichen helfen.
Wir trainieren bewusst mit der rechten und der linken Hand. Dadurch verbessern wir die Koordination beider Körperseiten und schaffen die Grundlage für Übungen mit zwei Trainingswaffen.
Die verschiedenen Trainingsbereiche
Stocktraining
Der Stock gehört zu den bekanntesten Trainingsgeräten der philippinischen Kampfkünste. Wir verwenden vor allem Rattanstöcke, die sich für viele Partnerübungen besonders gut eignen.
Beim Stocktraining beschäftigen wir uns mit Schlagwinkeln, Abwehrbewegungen, Distanz, Timing, Koordination und kontrollierten Partnerübungen. Viele dieser Bewegungsprinzipien lassen sich auch auf andere Trainingsbereiche übertragen.
Je nach Trainingsmethode und Distanz werden unterschiedlich lange Stöcke verwendet. Für unser reguläres Training nutzen wir üblicherweise Rattanstöcke mit einer Länge von ungefähr 70 cm. Andere Längen können bei speziellen Übungen sinnvoll sein.
Auch die Stärke des Stocks sollte zur Hand passen. Ein zu dünner oder zu dicker Stock kann die Handhabung erschweren und das Handgelenk unnötig belasten.
Doppelstock – Sinawali
Beim Doppelstocktraining arbeiten wir gleichzeitig mit zwei Stöcken. Dabei werden unter anderem koordinative Schlagmuster trainiert, die häufig als Sinawali bezeichnet werden.
Dieses Training fördert die Zusammenarbeit beider Körperseiten, das Rhythmusgefühl und die Bewegungskoordination. Bestimmte Bewegungsmuster können auch mit anderen Kombinationen von Trainingsgeräten oder waffenlos geübt werden.
Messer und Messerabwehr
Das Messer spielt in vielen philippinischen Kampfkünsten eine wichtige Rolle. Im Training beschäftigen wir uns mit Bewegungsprinzipien, dem Erkennen von Angriffen, der Distanzkontrolle und den Möglichkeiten und Grenzen einer Verteidigung.
Dabei ist uns eine realistische Einschätzung besonders wichtig: Eine waffenlose Verteidigung gegen einen Messerangriff ist mit erheblichen Verletzungsrisiken verbunden. Es gibt keine Technik, die eine sichere oder verletzungsfreie Abwehr garantiert.
Wir verwenden geeignete Trainingsmesser und legen großen Wert auf kontrollierte Übungen und verantwortungsbewusstes Verhalten.
Training mit zwei Messern
Auch das Training mit zwei Übungsmessern gehört zu den möglichen Ausbildungsinhalten. Hier werden Koordination, Bewegungsabläufe und das Zusammenspiel beider Hände geschult.
Ein Bestandteil können sogenannte Gunting-Techniken sein. Dabei geht es um Konzepte, bei denen angreifende Gliedmaßen kontrolliert oder angegriffen werden. Im Training werden diese Prinzipien ausschließlich mit geeigneten Übungsgeräten und unter kontrollierten Bedingungen vermittelt.
Bolo, Machete und Kurzschwert
Der Bolo beziehungsweise die Machete ist auf den Philippinen traditionell auch ein wichtiges Arbeitsgerät. In verschiedenen Kampfkunstsystemen werden außerdem Bewegungsprinzipien vermittelt, die sich auf längere Klingen beziehen.
Im Training können wir uns mit den Unterschieden zwischen kurzen und längeren Trainingswaffen sowie den jeweiligen Bewegungs- und Distanzkonzepten beschäftigen.
Zwei Schwerter oder zwei Macheten
Bei diesen Trainingsformen werden Prinzipien des Doppelstocktrainings auf zwei längere Trainingswaffen übertragen. Im Vordergrund stehen die Koordination beider Hände und das Verständnis unterschiedlicher Bewegungsabläufe.
Schwert und Dolch oder Stock und Dolch – Espada y Daga
Espada y Daga bezeichnet Trainingskonzepte, bei denen eine längere und eine kürzere Waffe kombiniert werden. Die Bezeichnung bedeutet sinngemäß „Schwert und Dolch“.
Diese Trainingsform stellt besondere Anforderungen an die Koordination, da beide Hände unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Im Mittelpunkt stehen das Zusammenspiel der Bewegungen, die Distanz und das Timing.
Schwert und Schild oder Stock und Schild
Schilde wurden in unterschiedlichen Kulturen sowohl zum Schutz als auch als aktives Hilfsmittel eingesetzt. Entsprechende Trainingsformen verbinden Abwehrbewegungen mit der Koordination einer zweiten Trainingswaffe.
Panantukan – Philippinisches Boxen
Panantukan ist eine Form des philippinischen Boxens, die häufig auch als Dirty Boxing bezeichnet wird. Im Unterschied zum sportlichen Boxen werden weitere Bewegungs- und Selbstverteidigungskonzepte einbezogen.
Wir trainieren unter anderem Schlagkombinationen, Ellbogentechniken, Körpermanipulationen und kontrollierte Partnerübungen. Dabei arbeiten wir auch mit Pratzen und Boxhandschuhen.
Panantukan ist ein fester Bestandteil unseres regulären Trainings.
Hubud Lubud, Cadena de Mano und Mano Mano
Diese Trainingsmethoden beschäftigen sich besonders mit der nahen Distanz. Sie fördern die Sensitivität, das Timing, die Reaktionsfähigkeit und die Koordination im Kontakt mit einem Trainingspartner.
Je nach Übung werden daraus weitere Bewegungen entwickelt, beispielsweise zur Kontrolle des Partners, zur Veränderung des Gleichgewichts oder als Übergang zu anderen Techniken.
Sikaran – Beintechniken
Sikaran ist eine philippinische Kampfkunst, in der Beintechniken eine wichtige Rolle spielen. Je nach Stil und Trainingsmethode werden unterschiedliche Tritttechniken und waffenlose Bewegungsformen vermittelt.
Dumog und Buno – Ringen und Gleichgewicht
Dumog und Buno stehen für unterschiedliche Formen des philippinischen Ringens beziehungsweise des körpernahen Kampfes.
Im Training beschäftigen wir uns mit Gleichgewichtsveränderungen, Körperkontrolle, Hebeltechniken und Bewegungsprinzipien in der nahen Distanz.
Flexible Waffen
In verschiedenen südostasiatischen Kampfkünsten werden auch flexible Gegenstände wie Seile, Gürtel oder Peitschen verwendet. Solche Trainingsformen stellen besondere Anforderungen an Distanzgefühl, Koordination und Kontrolle.
Gemeinsame Prinzipien der Filipino Martial Arts
Obwohl sich die verschiedenen FMA-Systeme teilweise deutlich unterscheiden, begegnen uns immer wieder ähnliche Trainingsprinzipien:
- Kurze und möglichst direkte Bewegungen
- Flüssige Bewegungsabläufe
- Praktische und möglichst einfache Techniken
- Ständige Verbesserung und Vereinfachung von Bewegungen
- Übertragbarkeit von Bewegungsprinzipien auf andere Gegenstände und Situationen
- Kontrolle und sinnvolle Nutzung von Kräften und Bewegungsrichtungen
- Training in unterschiedlichen Distanzen
- Verbindung von bewaffneten und waffenlosen Trainingsmethoden
Diese Prinzipien machen Filipino Martial Arts für uns besonders interessant. Es geht nicht darum, möglichst viele komplizierte Techniken auswendig zu lernen, sondern Bewegungen zu verstehen, zu üben und sinnvoll miteinander zu verbinden.
Koordination und geistige Fitness – besonders wertvoll ab 50
Für mich gehören die Filipino Martial Arts zu den interessantesten Trainingsformen, wenn es darum geht, nicht nur den Körper, sondern auch das Gehirn zu fordern.
Besonders das Training mit zwei Stöcken und die unterschiedlichen Bewegungsdrills stellen hohe Anforderungen an unsere Koordination. Beide Hände müssen teilweise unterschiedliche Bewegungen gleichzeitig ausführen. Dabei trainieren wir ganz bewusst auch unsere schwächere Körperseite.
Wer beispielsweise Rechtshänder ist, wird feststellen, dass viele Bewegungen mit der linken Hand zunächst ungewohnt und schwierig sind. Durch regelmäßiges Üben können sich die Bewegungsabläufe, die Geschicklichkeit und das Zusammenspiel beider Körperseiten deutlich verbessern.
Das Besondere daran: Wir lernen nicht nur Techniken, sondern fordern gleichzeitig Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktionsfähigkeit und das motorische Gedächtnis. Das Gehirn muss neue Bewegungsmuster erlernen, koordinieren und zunehmend automatisieren. Dieser Lernprozess nutzt die sogenannte Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Erfahrungen und Training anzupassen.
Ein schönes Beispiel aus meinem eigenen Training: Einer meiner Schüler ist Kinderchirurg. Er hat durch das regelmäßige Training auch seine schwächere Körperseite geschult und kann mittlerweile nach eigener Aussage chirurgische Schnitte mit der linken Hand ausführen. Für mich ist das ein eindrucksvolles Beispiel dafür, welchen praktischen Nutzen eine verbesserte Geschicklichkeit der nicht dominanten Hand haben kann.
Gerade mit zunehmendem Alter halte ich es für besonders sinnvoll, immer wieder neue und ungewohnte Bewegungen zu erlernen. Ähnlich wie beim Erlernen einer Sprache oder beim Lösen anspruchsvoller Denkaufgaben wird unser Gehirn dabei vor neue Herausforderungen gestellt. Hinzu kommen die körperliche Bewegung und das gemeinsame Lernen mit anderen Menschen.
Deshalb empfehle ich Filipino Martial Arts ausdrücklich auch Menschen ab 50, 60 oder 70 Jahren. Die Übungen lassen sich an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen anpassen. Dabei geht es nicht um besondere Kraft oder sportliche Höchstleistungen, sondern um Freude an der Bewegung, Koordination und persönliche Weiterentwicklung.
Natürlich profitieren nicht nur ältere Menschen davon. Auch jüngere Teilnehmer können ihre Koordination, ihre Geschicklichkeit und das Zusammenspiel beider Körperseiten gezielt verbessern.
Du möchtest mehr darüber erfahren? Auf unserer Seite Selbstverteidigung ab 50 erfährst Du, wie wir das Training an unterschiedliche Altersgruppen und persönliche Voraussetzungen anpassen.
Welche Ausrüstung benötigst Du?
Während Deines kostenlosen Probetrainings benötigst Du noch keine eigene Trainingsausrüstung. Die erforderlichen Trainingsgeräte stellen wir Dir in der Regel leihweise zur Verfügung.
Direkt ab der Mitgliedschaft erforderlich
- 2 Rattanstöcke (keine anderen Holzarten)
- 1 gepolsterter Übungsstock
- 1 Übungsmesser
- 1 Paar Übungspratzen (Schlagpolster für das Boxtraining)
Zeitnah nach der Mitgliedschaft anschaffen
- 1 Paar Boxhandschuhe, vorzugsweise 12 oz
Empfohlene Schutzausrüstung (freiwillig)
- 1 Tiefschutz (für Männer)
- 1 Zahnschutz (insbesondere für Übungskämpfe)
Je nach Trainingsinhalt kann weitere geeignete Schutzausrüstung sinnvoll sein, beispielsweise Handschuhe für das Stocksparring.
Meine Empfehlung zum Kauf Deiner Ausrüstung
Lass Dich vor dem Kauf Deiner Trainingsausrüstung am besten von mir beraten. Auf dem Markt gibt es viele Trainingsgeräte, die zwar gut aussehen, qualitativ aber nicht überzeugen oder schlichtweg zu teuer sind.
Durch meine langjährige Erfahrung kann ich Dir sagen, worauf Du achten solltest und welche Materialien sich für unser Training wirklich eignen. So vermeidest Du unnötige Ausgaben und Fehlkäufe.
Selbstverständlich steht es Dir frei, Deine Ausrüstung selbst zu besorgen. Mir ist nur wichtig, dass Du für Dein Geld eine vernünftige Qualität bekommst und die Materialien für unser Training geeignet sind.
Prüfungen und Ausbildungsstufen
Bei OPEN MIND COMBAT® kannst Du Dich über verschiedene Ausbildungsstufen weiterentwickeln und entsprechende Prüfungen ablegen.
Die Teilnahme an Prüfungen ist freiwillig. Du kannst selbstverständlich auch regelmäßig trainieren, ohne eine Prüfung anzustreben.
Hier findest Du alle Informationen zu unseren OMC-Prüfungen.
Lerne Filipino Martial Arts bei uns kennen
Du möchtest selbst erleben, wie vielseitig Filipino Martial Arts sind? Dann besuche unser kostenloses Probetraining in Ludwigshafen.
Du kannst bis zu vier zusammenhängende Wochen kostenlos mittrainieren und dabei unsere Trainingsmethoden, das Trainerteam und die Gruppe kennenlernen.
- Alle Informationen zum kostenlosen Probetraining
- Trainingsort und Trainingszeiten
- Unser Trainerteam
- Nimm Kontakt mit mir auf
Ich freue mich darauf, Dich bei unserem Training kennenzulernen!
Christian Braun
